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3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
198
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Deutschland.

lind jedesmal, wenn ich ein HausBezeichnet in solcher Weise,Ein Stcrbeglöckchcn erscholl fernher,Wehmütig wimmernd und leise.

Am Himmel aber erblich der Mond,Er wurde innner trüber;

Gleich schwarzen Nossen jagten an ihmDie wilden Wolken vorüber.

lind innner ging hinter mir einherMit seinem verborgenen BeileDie dunkle Gestalt — so wanderten wirWohl eine gute Weile.

Wir gehen und gehen, bis wir zuletztWieder zum Domplatz gelangen;

Weit offen standen die Pforten dort,Wir sind hineingegangen.

Es herrschte im ungeheuren RaumNur Tod und Nacht und Schweigen;Es brannten Ampeln hie und da,

Um die Dunkelheit recht zu zeigen.

Ich wandelte lange den Pfeilern entlangUnd hörte nur die TritteVon meinem Begleiter, er folgte mirAuch hier bei jedem Schritte.

Wir kamen endlich zu einem Ort,Wo funkelnde KerzenhclleUnd blitzendes Gold und Edelstein;Das war die Drci-Königs-Kapclle.

Die heil'gen drei Könige jedoch,

Die sonst so still dort lagen,

O Wunder! sie saßen aufrecht jetztAuf ihren. Sarkophagen.

Drei Totengerippe, phantastisch geputzt,Mit Kronen auf den elendenVergilbten Schädeln, sie trugen auchDas Zepter in knöchernen Händen.

Wie Hampelmänner bewegten sieDie längstverstorbencn Knochen;

Die haben nach Moder und zugleichNach Weihrauchduft gerochen.