Druckschrift 
3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
197
Einzelbild herunterladen
 

Deutschland.

Wie sehnt' ich mich oft nach der SüßigkeitDes vaterländischen Pfühles,

Wenn ich auf harten Walratzen lagIn der schlaflosen Rächt des Exilcs,

Man schläft sehr gut und träumt auch gutIn unfern Federbetten.

Hier fühlt die deutsche Seele sich freiVon allen Erdcnketten,

Sie fühlt sich frei und schwingt sich emporZu den höchsten Himmelsrnnmcn,

O deutsche Seele, wie stolz ist dein FlugIn deinen nächtlichen Traumen!

Die Götter erbleichen, wenn du nahst!

Du hast auf deinen WegenGar manches Sternlein allsgeputztMit deinen Flügelschlägen!

Franzosen und Russen gehört das Land,Das Meer gehört den Britten,

Wir aber besitzen im Luftreich des TraumsDie Herrschaft unbestritten.

Hier üben wir die Hegemonie,

Hier sind wir uuzcrstückelt;

Die andern Völker haben sichAuf platter Erde entwickelt.

Und als ich einschlief, da träumte mir,Ich schlenderte wieder im hellenMondschein die hallenden Straßen entlangIn dem altertümlichen Köllen.

Und hinter mir ging wieder einherMein schwarzer, vermummter Begleiter.

Ich war so müde, mir brachen die Knie,

Doch immer gingen wir weiter.

Wir gingen weiter. Mein Herz in der BrustWar klaffend aufgeschnitten,

Und aus der Herzenswunde hervorDie roten Tropfen glitten.

Ich tauchte manchmal die Finger hinein,Und manchmal ist es gescheheil,

Daß ich die Hausthürpfottcn bestrichMit dem Blut im Vorübergehen.