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3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
178
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Atta Troll,

Schmunzelnd sprach zu mir ein Neger,Der zu uns herangetreten:

Giebt es wohl ein schönres Schauspiel,Als zwei Liebende zu sehn?"

Ich entgegnete: Mit wemHab' ich hier die Ehr' zu sprechen?

Jener aber rief verwundert:

Kennen Sie mich gar nicht wieder?

Ich bin ja der Mohrenfürst,

Der bei Freiligrath getrommelt.

Damals ging's mir schlecht, in DeutschlandFand ich mich sehr isoliert,

Aber hier, wo ich als WärterAngestellt, Ivo ich die PflanzenMeines TropenvaterlnndesUnd auch Low' und Tiger finde:

Hier ist mir gemütlich wohlcr,

Als bei euch auf deutschen Messen,

Wo ich täglich trommeln mußteUnd so schlecht gefüttert wurde!

Hab' mich jüngst vermählt mit einerBlonden Köchin ans dem Elsaß,

Ganz und gar in ihren ArmenWird mir heimatlich zu Mute!

Ihre Füße mahnen michAn die holden Elefanten,

Wenn sie spricht französisch, klingt mir'SWie die schwarze Muttersprache,

Manchmal keift sie, und ich denkeAn das Rasseln jener Trommel,

Die mit Schädeln war behängen;

Schlang' und Leu cntflohn davor,

Doch im Mondschein sehr empfindsamWeint sie wie ein Krokodil,'

Das ans lauem Strom hervorblickt,Um die Kühle zu genießen,

Und sie giebt mir gute Bissen!Ich gedeih'! Mit meinem alten,Afrikanischen Appetit,

Wie am Niger, frcss' ich wieder!