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3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
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169
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Atta Troll.

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„Und imstande war' ich zweitensNoch viel wen'ger, die GedichteGustav Pfizers je zu lesen,

Ohne dabei einzuschlafen."*)

*) In der ursprünglichen Fassung des Gedichtes folgt hier das nachstehende Kapitel:

Einsam sinnend, vor dem Herde,Saß ich in der Hexenhütte;

Neben mir, den Kessel rührend,

Stand der tugendhafte Mops.

War es Neugier, war es Hunger?Endlich nahm ich aus den PfotenIhm den Löffel, und im KesselFischt' ich mir ein Stückchen Fleisch.

War ein großes Herz, gekochtGanz vortrefflich, äußerst schmackhaft;Doch ich hatt' es kaum verzehrt,

Als ich hörte eine Stimme:

„O, der deutsche Fresser! DieserFrißt das Herz von einem Diebe,Der gehenkt ward in Tolosa!

Kann man so gefräßig sein!"

Jene Worte rief ein Geier,

Einer von den ausgestopften,

Und die andern, wie im Chore,Schnarrten: ,.O, der deutsche Fresser!"

Wer ein Diebesherz gegessen,Der versteht, was das GevögelPfeift und zwitschert, also heißt es;Hab' erprobt der Sage Wahrheit.

Denn seit jener Stunde bin ichAller Vogelsprachen kundig;

Ich versteh' sogar die toten,Ausgestopften Dialekte.

Draußen klopfte es aus Fenster,Und ich eilte, es zu öffnen.

Sieben große Naben waren's,Die hereingeflogen kamen.

Nahten sich dem Feuer, wärmtenSich die Krallen, leidenschaftlichIhre Fittige bewegend.

Krächzen auch diverse Flüche.

Sie verwünschten ganz besondersJenen Juden Mendizabel,

Der die Klöster aufgehoben,

Ihre lieben alten Nester!

Frugen mich: „Wo geht der WegNach Monacho Monachorum?"

Links, links um die Ecke, sprach ich.Grüßt mir dort den Pater Joseph!

Doch die schwarzen EmigrantenWeilten an dein Herd nicht lauge,

Und sie flatterten von dannenWieder durch das offne Fenster.

Federvieh von allen SortenKam jetzt ab und zu geflogen.

Unsre Hütte schien ein'WirtshausFür das reisende Gevögel.

Mehre Störche, ein'ge Schwäne,

Auch verschiedne Eulen; dieseKlagten über schlechtes Wetter,Sonnenschein und Atheismus.

In Gesellschaft zweier Gänse,Die wie Wärterinnen anssahnUnd im Flug ihn unterstützten,Kam ein kranker Pelikan.

Wärmte seine wunde Brust,

Und mit leidender VerachtungAuf die Eulensippschaft blickend,

Zog er wieder fort durchs Fenster.

Auch etwelche Tauben schwirrtenAn das Feuer, lachend, kullernd,Und nachdem sie sich erquickt,

Flogen sie des Weges weiter.

Endlich kam ein Wiedehopf,Kurzbeflügelt, stelzenbeinig;

Als er mich erblickt, da lacht er:„Kennst nicht mehr den Freund Hut-Hut?"

Und ich selber mußte lachen,

Denn es war mein Freund Hut-Hut,Der vor dritthalb tausend JahrenKabinettskurier gewesen,

Und von Salomo, dem Weisen,Mit Depeschen abgeschickt wardAn die holde Balkcüsa,

An die Königin von Saba.

Jener glühte für die Schöne.Die man ihm so schön geschildert;Diese schwärmte für den Weisen,Dessen Weisheit weltberühmt war.

Ihren Scharfsinn zu erproben,Schickten sie einander Rätsel,

Und mit solcherlei DepeschenLief Hut-Hut durch Sand und Wüste.

Nätselmüde zog die Kön'ginEndlich nach JernscholayimUnd sie stürzte mit ErrötenIn die Arme Salomonis.