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3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
160
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Ivo

Atta Troll.

Dort, in ungestörtem Frohsinn,

Und in ew'ger Jugend blühend,

Residiert die heitre Dame.

Unsre blonde Frau Almude.

Lachend geht sie dort spazierenUnter Hoheit Sonnenblumen,

Mit dem kosenden GefolgeWeltentrückter Paladine.

Aber du, Herodias.

Sag, wo bist du? — Ach, ich weiß es!Dit bist tot und liegst begrabenBei der Stadt Jcrnscholayim!

Starren Leichcnschlaf am TageSchläfst du in dein Marmorsargc!

Doch um Mitternacht erweckt dichPeitschenknall, Hallo und Hussa!

Und du folgst dem wilden HeerzugMit Dianen und Abundcn,

Mit den heitern Jngdgenossen,

Denen Kreuz und Qual verhaßt ist!

Welche köstliche Gesellschaft!

Könnt' ich nächtlich mit euch jagenDurch die Wälder! Dir zur SeiteRitt ich stets, Hervdias!

Denn ich liebe dich am meisten!

Mehr als jene Griechengöttin,

Mehr als jene Fee des Nordens,

Lieb' ich dich, du tote Jüdin!

Ja, ich liebe dich! Ich merk' esAn dem Zittern meiner Seele.

Liebe mich und sei mein Liebchen,

SchöneS Weib, Herodias!

Liebe mich und sei mein Liebchen!Schleudre fort den blnt'gen DummkopsSamt der Schiissel, und genießeSchmackhaft bessere Gerichte.

Bin so recht der rechte Ritter,

Den du brauchst — Mich kümmert's wenig,Daß du tot und gar verdammt bist —Habe keine Borurteile —