Druckschrift 
3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
102
Einzelbild herunterladen
 

Aeitgedichte?

Freilich, jener stahl noch schlinunrcs,Stahl das Licht, die Flammenkräfte,Um die Menschheit zu erleuchtenDu, dn stählest Schillings Hefte.

Just das Gegenteil des Lichtes,Finsternis, die man betastet,

Die man greifen kann wie jene,Die Ägypten einst belastet.

23.

An dcn Nnchtwnchtcr.

lBci späterer Gelegenheit.)

Verschlechtert sich nicht dein Herz und dein Stil,So magst du treiben jedwedes Spiel;

Mein Freund, ich werde dich nie verkennen,

Und sollt' ich dich auch Herr Hofrat nennen.

Sie machen jetzt ein großes GeschreiVon wegen deiner Verhofräterei,

Vom Seinestrand bis an der ElbeHört' ich seit Monden immer dasselbe:

Die Fortschrittsbeine hatten sichIn Rückschrittsbeine verwandelt O, sprich,

Reitest du wirklich auf schwäbischen Krebsen?

Äugelst du wirklich mit fürstlichen Kebsen?

Vielleicht bist du müde und sehnst dich nach Schlaf,Du hast die Nacht hindurch so bravGeblasen, jetzt hängst du das Horn an den Nagel:Mag tuten, wer will, für den deutschen Janhagel!"

Du legst dich zu Bette und schließest zuTie Augen, doch läßt man dich nicht in RuhVor deinem Fenster spotten die Schreier:

Brutus, du schläfst? Wach auf, Befreier!"

Ach! so ein Schreier weiß nicht, warumDer beste Nachtwächter wird endlich stumm,

Es ahndet nicht so ein junger Maulheld,

Warum der Mensch am End' das Maul hält.

Du fragst mich, wie es uns hier ergeht?

Hier ist es still, kein Windchen weht,

Die Wetterfahnen sind sehr verlegen,

Sie wissen nicht, wohin sich bewegen . . .