Zeitgedlchte.
„Doch daß man ans meiner Krone stahlDie beste Perle, daß manMir meinen Turnknnstmcister geraubt,Das Mcnschenjuwel, den Maßmann —
„Das hat mich gebeugt, das hat mich geknickt,Das hat mir die Seele zerschmettert:
Mir fehlt jetzt der Mann, der in seiner KunstDen höchsten Pfahl erklettert.
„Ich sehe die kurzen Bcinchen nicht mehr,
Nicht mehr die platte Nase;
Er schlug wie ein Pudel frisch-fromm-fröhlich-sreiDie Purzelbäume im Grase.
„Nur Altdeutsch oerstand er, der Patriot,Nur Jakob-Grimmisch und Zeunisch;
Fremdwörter blieben ihm immer fremd,
Griechisch zumal und Lateinisch.
„Er hat, ein vaterländisch Gemüt,Nur Eichelkaffee getrunken,
Franzosen fraß er und Limbnrger Käs,
Nach letzterm hat er gestunken.
„O Schivager! gicb mir den Maßmann zurück!Denn unter den GesichternIst sein Gesicht, waS ich selber binAls Dichter unter den Dichtern.
„O Schivager! behalt' den Cornelius,
Auch Schclling, (daß du den RückertBehalten kannst, versteht sich vvn selbst) —
Wenn nur der Mnßmann zurückkehrt!
„O Schwager! begnüge dich mit dem Rühm,Daß du mich verdunkelt heute;
Ich, der in Deutschland der Erste war,
Ich bin nur noch der Zweite" . . .
III.
Zu München in der Schloßkapell'Steht eine schöne Madonne;
Sie trägt in den Armen ihr Jesulcin,Der Welt und des Himmels Wonne.
Als Ludewig von BaherlandDas Heiligenbild erblicket,
Da kniete er nieder andachtsvollUnd stotterte selig verzücket: