Zeitgedichte.
Er liebt die Kunst, und die schönsten FraunDie läßt er porträtieren;
Er geht in diesem gemalten SerailAls Kunst-Eunuch spazieren.
Bei Regensburg läßt er erbaunEine marmorne Schädclstätte,lind er hat höchstselbst für jeden KopfVerfertigt die Etikette.
„Walhallagenossen", ein Meisterwerk,
Worin er jedweden MannesVerdienste, Charakter und Thaten gerühmt,Von Teilt bis Schiitderhannes.
Nur Luther, der Dickkopf fehlt in Walhall,Und es feiert ihn nicht der Walhall-Wisch,In Natnraliensammlungen fehltOft unter den Fischen der Walfisch.
Herr Ludwig ist ein großer Poet,
Und singt er, so stürzt ApolloVor ihm auf die Knie und bittet und fleht:„Halt ein! ich werde sonst toll, v!"
Herr Ludwig ist ein mutiger Held,Wie Otto, das Kind, sein Söhnchen;Der kriegte den Durchfall zu Athen,
Und hat dort besudelt sein Dhrönchen.
Stirbt einst Herr Ludwig, so kanonisiertZu Rom ihn der heilige Vater —
Die Glorie paßt für ein solches GesichtWie Manschetten für unseren Kater!
Sobald auch die Affen und KänguruhsZum Christentum sich bekehren,
Sie werden gewiß Sankt LudewigAls Schutzpatron verehren.
II.
Herr Ludewig von BayerlandSprach seufzend zu sich selber:„Der Sommer weicht, der Winter naht,Das Laub wird immer gelber.
„Der Schölling und der Cornelius,Sie mögen von bannen wandern:Dem einen erlosch im Kopf die Vernunft,Die Phantasie dem andern.
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