Zeitgcdichte.
Der Chirurgie, noch all die Arzeneicn,
Die dieses Haus den siechen Gästen bietet.
Wird einst die Zeit, die ew'ge Göttin, tilgenDas dunkle Weh, daS sich vererbt vom VaterHerunter ans den Svhn, — wird einst der EnkelGenesen und vernünftig sein und glücklich?
Ich weiß es nicht! Dvch mittlerweile »vollenWir preisen jenes Herz, das klug und liebreichZu lindern suchte, was der Lindrnng fähig,Zeitlichen Balsam träufelnd in die Wunden.
Der teure Mann! Er baute hier ein ObdachFür Leiden, welche heilbar durch die KünsteDes Arztes (oder auch des Todes!), sorgteFür Polster, Labctrank, Wartung und Pflege —
Ein Mann der That, that er, was eben thunlichFür gute Werke gab er hin den TaglvhnAm Abend seines LebeuS, menschenfreundlichDurch Wohlthnn sich erholend von der Arbeit.
Er gab mit reicher Hand — dvch reichre SpendeEntrollte manchmal seinem Aug', die Thrttne,Die kostbar schöne Thräne, die er weinteOb der unheilbar großen Brüderkrankheit.
12.
An Georg Hrrwrgh.
Herwegh, du eiserne Lerche,
Mit klirrendem Jubel steigst du emporZum heiligen Sonnenlichte!
Ward wirklich der Winter zu Nichte?
Steht wirklich Deutschland im Frühliugsflor?
Herwegh, du eiserne Lerche,
Weil du so himmelhoch dich schwingst,
Hast du die Erde aus dem GesichteVerloren — Nur in deinem GedichteLebt jener Lenz, den du besingst.
13.
An dcnsclbcn.
Bei seiner Ausweisung aus Preußen.
Mein Deutschland trank sich einen Zopf,lind du, du glaubtest den Toasten!