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3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
93
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Zcitgedichte. IZ

D» glaubtest jedeiu Pfcifcnkopf

Und seinen schwarz-rot-goldncn Quasten.

Doch als der holde Rausch entwich,

Mein teurer Freund, du warst betroffenDas Volk, wie kahcnjttmmerlich,

Das eben noch so schön besoffen!

Ein schimpfender Bedicntcuschwann,

Und faule Äpfel statt der Kränze >

An jeder Seite ein Gendarm,

Erreichtest endlich dn die Grenze.

Dort bleibst du stehn. Wehmut ergreiftDich bei dem Anblick jener Pfähle,

Die wie das Zebra sind gestreift,

Und Seufzer dringen auS der Seele!

Aranjucz, in deinem Sand,

Wie schnell die schönen Tage schwanden,

Wo ich vor König Philipp standUnd seinen uckcrmärkschen Granden!

Er hat mir Beifall zugenickt,

Als ich gespielt den Mnrguis Posa;

In Versen Hab' ich ihn entzückt,

Doch ihm gefiel nicht meine Prosa."

14.

Dic Tendenz.

Deutscher Sänger! sing und preiseDeutsche Freiheit, daß dein LiedUusrer Seelen sich bcmcistreUnd zu Thaten uns begeistrc,In Marseillerhymnenweisc.

Girre nicht mehr wie ein Werthcr,

Welcher nur für Lotten glicht

Was die Glocke hat geschlagen,

Sollst du deinem Volke sagen,

Rede Dolche, rede Schwerter!

Sei nicht mehr dic weiche Flöte,

Das idyllische Gemüt

Sei des Vaterlands Posaune,

Sei Kanone, sei Kartanne,

Blase, schmettrc, donnre, töte!