Nene Gedichte.
III.
Während solcherlei BeschwerdeIn der Unterwelt sich häuft,
Jammert Ceres ans der Erde.Die verrückte Göttin läuftOhne Haube, ohne Kragen,Schlotterbusig durch das Land,Deklamierend jene Klagen,
Die euch allen wohlbekannt:
„Ist der holde Lenz erschienen?Hat die Erde sich verjüngt?Die besonnten Hügel grünen,
Und des Eises Rinde springt.
Aus der Strome blauem SpiegelLacht der unbewölkte Zeus,
Milder wehen Zephyrs Flügel,
Augen treibt das junge Reis.
In dem Hain erwachen Lieder,
Und die Oreade spricht:
Deine Blumen kehren wieder,
Deine Tochter kehret nicht.
„Ach, wie lang' ist's, daß ich walleSuchend durch der Erde Flur!
Titan, deine Strahlen alleSandt' ich nach der teuren Spur!
Keiner hat mir noch verkündetVon dem lieben Angesicht,
Und der Tag, der alles findet,Die Verlorne fand er nicht.
Hast du, ZeuS, sie mir entrissen?Hat, von ihrem Reiz gerührt,
Zu des Orkus schwarzen FlüssenPluto sie hinabgeführt?
„Wer wird nach dem düstern StrandeMeines Grames Bote sein?
Ewig stößt der Kahn vom Lande,
Doch nur Schatten nimmt er ein.
Jedem scl'gen Aug' verschlossenBleibt das nächtliche Gefild,
Und so lang' der Styx geflossen,
Trug er kein lebendig Bild.
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