84 Nene Gedichte,
Nieder führen tausend Steige,Keiner führt znm Tag zurück;Ihre Thrttne bringt kein ZeugeVor der bangen Mutter Blick."
IV,
„Meine Schwiegermutter Ceres,
Laß die Klagen, laß die Bitten!
Dein Verlangen, ich gewähr' es —
Habe selbst so viel gelitten!
„Tröste dich, wir wollen ehrlichDen Besitz der Tochter teilen,lind sechs Monden soll sie jährlichAns der Oberwelt verweilen,
„Hilft dir dort an SvnuncrtagcnBei den Nckcrbangeschäftcn;
Eilten Strohhut wird sie tragen,
Wird auch Blumen daran heften,
„Schwärmen wird sie, wenn den HimmelÜberzieht die Abendröte/lind am Bach ein BancrlnnnnclZärtlich bläst die Hirtenflöte,
„Wird sich frenn mit Gret' und HäuschenBei des Erntefestes Neigen;
Unter Schöpsen, unter GänSchenWird sie sich als Löwin zeigen,
„Süße Ruh'! Ich kann verschnaufenHier im Orkus unterdessen;
Punsch mit Lethe will ich saufen,
Um die Gattin zu vergessen."
V.
„„Zuweilen dünkt es mich, als trübeGeheime Sehnsucht deinen Blick —Ich kenn' es wohl, dein Mißgeschick:Verfehltes Leben, verfehlte Liebe!
„„Du nickst so traurig! WiedergebenKann ich dir nicht die Jugendzeit, —Unheilbar ist dein Herzeleid:
Verfehlte Liebe, verfehltes Leben!""