Nene Gedichte.
13.
Frühling.
Die Wellen blinken und fließen dahin —Es liebt sich sv lieblich im Lenze!
Am Flusse sitzt die Schäferinlind windet die zärtlichsten Kränze.
Das knospet und quillt, mit duftender Lust —Es liebt sich sv lieblich im Lenze!
Die Schäferin seufzt aus tiefer Brust:
„Wem geb' ich meine Kränze?"
Ein Reiter reitet den Fluß entlang,
Er grüßt sie so blühenden Vintes!
Die Schäferin schaut ihm nach sv bang,
Fern flattert die Feder des HuteS.
Sie weint und wirft in den gleitenden FlußDie schönen Blumenkränze.
Die Nachtigall singt von Lieb' und Kuß —Es liebt sich so lieblich im Lenze.
14.
Ali Bei.
Ali Bei, der Held des Glaubens,
Liegt beglückt in Mädchenarincn.Vorgeschmack des ParadiesesGönnt ihm Allah schon ans Erden.
OdaliSken, schön wie Hvnris,Und geschmeidig wie Gazellen —
Kräuselt ihm den Bart die eine,
Glättet seine Stirn die andre.
Und die dritte schlägt die Laute,
Singt und tanzt, und küßt ihn lachendAns das Herz, worin die FlammenAller Seligkeiten lodern.
Aber draußen Plötzlich schmetternDie Trompeten, Schwerter rasseln,Waffenruf und Flintenschüsse —
„Herr, die Franken sind im Anmarsch!"
Und der Held besteigt sein Schlachtrvß,Fliegt zum Kampf, doch wie im Traume,