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3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
75
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Nene Gedichte,

Denn ihm ist zu Sinn, als lag' erImmer noch in Mädchenarmcn,

Während er die FrankenköpfeDnhendweis hernnlersäbelt,

Lächelt er wie ein Verliebter,

Ja, er lächelt sanft und zärtlich.

15,

Psyche.

In der Hand die kleine Lampe,In der Brnst die große Glnt,

Schleichet Psyche zn dem Lager,

Wo der holde Schläfer ruht,

Sie errötet und sie zittert,

Wie sie seine Schönheit siehtDer enthüllte Gott der Liebe,Er erwacht und er entflicht,

Achtzehnhundcrtiähr'ge Buße!

Und die Ärmste stirbt beinah!

Psyche fastet und kasteit sich,

Weil sie Amvrn nackend sah.

16.

Die Unbekannte.

Meiner goldgelockten SchönenWeiß ich täglich zu begegnenIn dem TuilcriengnrtcnUnter den Kastanicnbttuinen,

Täglich geht sie dort spazierenMit zwei häßlich alten Damen

Sind es Tanten? Sind's Dragoner,Die vermummt in Weiberröcken?

Eingeschüchtert von dem SchnurrbartIhrer zwei Begleiterinnen,

Und von meinein eignen HerzenNoch viel strenger eingeschüchtert,

Wagt' ich nie, ein seufzend WörtchenIm Vorübergehn zu flüstern,

Und ich wagte kaum, mit BlickenMeine Flamme zn bekunden.