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3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
68
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Nene Gedichte.

Wir fühlen nur ein warmes Jucken,Und Pflegen uns alsdann zu kratzen.

(Em Glühwurm spricht:)Wie sich die Sonne wichtig machtMit ihrer kurzen Tagespracht!So unbescheiden zeig' ich mich nicht,Und bin doch auch ein großes Licht,In der Nacht, in der Nacht!

6.

Unstern.

Der Stern erstrahlte so munter,

Da fiel er twm Himmel herunter.Du fragst mich, Kind, was Liebe ist?Ein Stern in einem Haufen Mist.

Wie'n räudiger Hund, der verrecket,So liegt er mit Staub bedecket.

Es kräht der Hahn, die Sau sie grunzt,Im Kote wälzt sich ihre Brunst.

O, fiel ich doch in den Garten,

Wo die Blumen meiner harrten,

Wo ich mir oft gewiiuschet Hab'Ein reinliches Sterben, ein duftiges Grab!

7.

Anno 1829.

Daß ich bequem verbluten kann,Gebt mir ein edles, weites Feld!O, laßt mich nicht ersticken hierIn dieser engen Krämerwelt!

Sie essen gut, sie trinken gilt,Erfreun sich ihres Maulwurfglücks,Und ihre Großmut ist so großAls wie das Loch der Armenbüchs.

Cigarren tragen sie im MaulUnd in der Hosentasch' die Händ';Auch die Verdauungskraft ist gutWer sie nur selbst verdauen könnt'!

Sie handeln mit den SpezereinDer ganzen Welt, doch in der Lust,