Nene Gedichte. 69
Trotz allen Würzen, riecht man stetsDen faulen Schellfischscelenduft.
O, daß ich große Laster säh',
Verbrechen, blutig, kolossal, —
Nur diese satte Tugend nicht,lind zahlungsfähige Moral!
Ihr Wolken droben, nehmt mich mit,
Gleichviel nach welchem fernen Ort!
Nach Lappland oder Afrika,lind sei's nach Pommern — fort! nur fort!
O, nehmt mich mit — Sie hören nicht —Die Wolken droben sind so klug!
Vorüberreisend dieser Stadt,
Ängstlich bcschleun'gen sie den Flug.
8.
Anno 1839.
O Deutschland, meine ferne Liebe,Gedenk' ich deiner, wein' ich fast!DaS muntre Frankreich scheint mir trübe,Das leichte Volk wird mir zur Last.
Nur der Verstand, so kalt und trocken,Herrscht in dein witzigen Paris —O Narrheitsglöcklein, Glaubcnsglocken,Wie klingelt ihr daheim so süß!
Höfliche Männer! Doch verdrossenGeb' ich den art'gen Gruß zurück. —Die Grobheit, die ich einst genossenIm Vaterland, das war mein Glück!
Lächelnde Weiber! Plappern immer,Wie Mühlenräder stets bewegt!
Da lob' ich Deutschlands Frauenzimmer,Das schweigend sich zu Bette legt.
lind alleS dreht sich hier im KreiseMit Ungestüm, wie'n toller Traum!Bei uns bleibt alles hübsch im Gleise,Wie angenagelt, rührt sich kaum.
Mir ist, als hört' ich fern erklingenNachtwttchterhvrner, sanft und traut;