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3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
67
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Neue Gedichte.

S.

Ans einem Briefe.

(Die Sonne spricht:)

Was gehn dich nieine Blicke an?

Das ist der Sonne gutes Recht,

Sie strahlt ans den Herrn wie ans den Knecht,Ich strahle, weil ich nicht anders kann.

Was gehn dich meine Blicke an?

Bedenke, was deine Pflichten sind,

Nimm dir ein Weib und mach' ein Kind,Und sei ein deutscher Biedermann.

Ich strahle, weil ich nicht anders kann.Ich wandle am Himmel wohl ans, wohl ab,Aus Laugeweile guck' ich hiuab

Was gehn dich meine Blicke an?

(Der Dichter spricht:)

Das ist ja eben ineine Tilgend,

Daß ich ertrage deinen Blick,

Das Licht der ew'gen Seclenjugend,

Blendende Schönheit, Flammengliick!

Jetzt aber fühl' ich ein ErmattenDer Sehkraft, und es sinken nieder,Wie schwarze Flore, nächt'ge SchattenAuf meine armen Augenlider . . .

(Chor der Affen:)

Wir Affeil, wir Affen,

Wir glotzen und gaffenDie Sonne an,

Weil sie es doch nicht wehren kann.

(Chor der Frösche:)

Im Wasser, im Wasser,

Da ist es noch nasserAls auf der ErdeUnd ohne BeschwerdeErgnicken

Wir uns an den Svnnenblicken!

lChor der Maulwürfe:)

Was doch die Leute Unsinn schwatzenBon Strahlen und von Svnnenblicken!

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