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3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
66
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Nene Gedichte,

3.

Cljilde Harold.

Eine starke schwarze BarkeSegelt trauervvll dahin.Die vermummten und verstummtenLeichenhüter sitzen drin.

Toter Dichter, stille liegt er,Mit entblößtem Angesicht;

Seine blauen Augen schauenImmer noch zum Himmelslicht.

Aus der Tiefe klingt's, als riefeEine kranke Rixenbrant,lind die Wellen, sie zerschellenAn dem Kahn, wie Klagelnut.

4.

Die Beschwörung.

Der junge Franziskaner sitztEinsam in der Klosterzelle,

Er liest im alten Zauberbuch,

Genannt der Zwang der Hölle.

Und als die Mitternachtstnnde schlug,Do könnt' er nicht langer sich halten,Mit bleichen Lippen ruft er anDie Untcrwcltsgewaltcn.

Ihr Geister! holt mir aus dein GrabDie Leiche der schönsten Frauen,

Belebt sie mir für diese Nacht,

Ich will mich dran erbauen."

Er spricht das grause Bcschwörungswvrt,Da wird sein Wunsch erfüllet,

Die arme verstorbene Schönheit kommt,In weiße Laken gehüllet.

Ihr Blick ist traurig. Aus kalter BrustDie schmerzlichen Seufzer steigen.

Die Tote setzt sich zu dem Mönch,Sie schauen sich an und schweigen.