Nene Gedichte.
S.
Du liegst mir so gern im Arme,Du liegst mir am Herzen so gern!Ich bin dein ganzer Himmel,Du bist mein liebster Stern.
Tief unter uns da wimmeltDas närrische Menschengeschlecht;Sie schreien nnd wüten und schelten,Und haben alle recht.
Sie klingeln mit ihren KappenUnd zanken ohne Grund;
Mit ihren Kolben schlagenSie sich die Kopfe wund.
Wie glücklich sind wir beide,Daß wir von ihnen so fern —Du birgst in deinem HimmelDas Haupt, mein liebster Stern!
6.
Unsre Seelen bleiben freilichIn platonischer EmpfindungFest vereinigt, unzerstörbarIst die geistige Verbindung.
Ja, sogar im TrennungsfalleFanden sie doch leicht sich wieder;
Denn die Seelen haben Flügel,Schnelles Schmetterlingsgefieder;
Und dabei sind sie unsterblich,Und die Ewigkeit ist lange;
Und wer Zeit hat und wer suchet,Findet, was er auch verlange.
Doch den Leibern, armen Leibern,Wird die Trennung sehr verderblich,Haben keine Flügel, habenNur zwei Beine, und sind sterblich.
Das bedenke, schöne Kitty,Sei vernünftig, klug und weise;
Bleib' in Frankreich bis zum Frühling,Bis ich mit nach England reise.