Neue Gedichte.
7.
Als die junge Rose blühteUnd die Nachtigall gesungen.
Hast du mich geherzt, gcküssctUnd mit Zärtlichkeit umschlungen,
Nim der Herbst die Ros' entblättertUnd die Nachtigall Vertrieben,
Bist auch du davongeflogen,
Und ich bin allein geblieben.
Lang und kalt sind schon die Nächte —Sag, wie lange willst du säumen?
Soll ich immer mich begnügen,
Nur vom alten Glück zu träumen?
3.
Ich liebe solche weiße Glieder,
Der zarten Seele schlanke Hülle,
Wildgroße Augen und die StirneUmwogt von schwarzer Lockenfülle!
Du bist so recht die rechte Sorte,
Die ich gesucht in allen Landen;
Auch meinen Wert hat euresgleichenSo recht zu würdigen verstanden.
Du hast an mir den Mann gefunden,Wie dn ihn brauchst. Du wirst mich reichlichBeglücken mit Gefühl und Küssen,
Und dann verraten, wie gebräuchlich.
9.
Der Frühling schien schon an dem ThorMich freundlich zu erwarten;
Die ganze Gegend steht im FlorAls wie ein Blumengarten.
Die Liebste sitzt an meiner Seit'
Im rasch hinrvllenden Wagen;
Sie schaut mich an voll Zärtlichkeit,Ihr Herz, das fühl' ich schlagen.
Das trillert und duftet so sonneuvcrgnügt!Das blinkt im grünen Geschmeide!
Sein weißes Blüteuköpfchcn wiegtDer junge Baum mit Freude.