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3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
56
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Neue Gedichte.

Die Sehnsucht treibt. Ich muß mich uith'renDem holden unheilschwangern Ort

Schuir kann ich ihre Stimme hören

Klingende Flamme ist ihr Wort.

Sie fragt:Monsieur, wie ist der NameDer Sängerin, die eben sang?"

Stotternd antworte ich der Dame:

Hab' nichts gehört von dem Gesang."

3.

Wie Merlin, der eitle Weise,

Bin ich armer NekromantNun am Ende festgebanntIn die eignen Zcinbcrkrcise.

Festgebannt zu ihren FüßenLieg' ich nun, und immerdarSchau' ich in ihr Augenpaar;lind die Stunden, sie verfließen.

Stunden, Tage, ganze Wochen,Sie verfließen wie ein Traum,

Was ich rede, weiß ich kaum,

Weiß auch nicht, was sie gesprochen.

Manchmal ist mir, als berührenIhre Lippen meinen Mund

Bis in meiner Seele GrundKann ich dann die Flammen spüren.

4.

Den Tag, den Hab' ich so himmlisch verbracht,Den Abend verbracht' ich so göttlich,

Der Weilt war gut und Kitty war schön,lind das Herz war unersättlich.

Die roten Lippen, die küßten so wild,So stürmisch, so sinneverwirrend;

Die braunen Augen schauten mich anZo zärtlich, so knisternd, so girrend.

Das hielt mich umschlungen, und nur mit ListKönnt' ich entschlüpfen am Ende,

Ich hatte mit ihrem eigenen HaarIhr festgebunden die Hände.