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3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
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55
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Neue Gedichte. 55

Dich Unvergleichliche, dich Gute, Reine,

Die mir das Herz mit heitrer Lust erfüllt!

Vergebens siehst du mich nach Bildern schweifenUnd siehst mich mit Gefühl und Reimen ringen,Und, ach! du lächelst gar ob meiner Qual!

Doch lächle nur! Denn wenn du lächelst, greifenGandarvcn nach der Zither, und sie singenDort oben in dem goldnen Sonncnsaal.

Katharina.

1.

Ein schöner Stern geht auf in meiner Nacht,

Ein Stern, der süßen Trost herniederlachtUnd neues Leben mir verspricht

O, liige nicht!

Gleichwie daS Meer dem Mond entgegenschwillt,

So flutet meine Seele, froh und wild,

Empor zu deinem holden Licht

O, lüge nicht!

2.

Wollen Sie ihr nicht vorgestellt sein?"Flüsterte mir die Herzogin.

Beileibe nicht, ich iniißt' ein Held sein,Ihr Anblick schon wirrt mir den Sinn."

Das schöne Weib macht mich erbeben!Es ahnet mir, in ihrer Näh'

Beginnt für mich ein neues Leben,

Mit neuer Lust, mit neuem Weh.

Es hält wie Angst mich von ihr ferne,ES treibt mich Sehnsucht hin zu ihr!Wie meines Schicksals wilde SterneErscheinen diese Augen mir.

Die Stirn ist klar. Doch es gewittertDahinter schon der künft'ge Blitz,

Der künft'ge Sturm, der mich erschüttertBis in der Seele tiefsten Sitz.

Der Mund ist fromm. Doch mit EntsetzenUnter den Rosen seh' ich schonDie Schlangen, die mich einst verletzenMit falschem Kuß, mit süßem Hohn.