Nene Gedichte.
S.
Nene Melodiccn spiel' ichAns der neugestimntten Zither.
Alt der Text! Es sind die WorteSalomoS: „DaS Weib ist bitter."
Ungetreu ist sie dem Freunde,
Wie sie treulos dem Gcmahle!
Wermut sind die letzten TropfenIn der Liebe Goldpokale.
Also wahr ist jene SageVon dem dunklen Siindenfluche,
Den die Schlange dir bereitet,
Wie es steht im alten Buche?
Kriechend auf dem Bauch, die Schlange,Lauscht sie noch in allen Büschen,
Kvs't mit dir noch jetzt wie weiland,Und du hörst sie gerne zischen.
Ach, es wird so kalt und dunkel!Um die Sonne flattern Raben,
Und sie krächzen. Lust und LiebeIst auf lange jetzt begraben.
6.
Nicht lange täuschte mich das Gliick,Das du mir zugciogcn,
Dein Bild ist wie ein falscher TraumMir durch das Herz gezogen.
Der Morgen kam, die Sonne schien,Der Nebel ist zerronnen;
Geendigt hatten wir schon längst,Eh' wir noch kaum begonnen.
Klarissc.
1.
Meinen schönsten LiebeSantragSuchst du ängstlich zu verneinen;Frag' ich dann: ob das ein Korb sei?Fängst dn plötzlich an zu weinen.