Neue Gedichte.
Sichrer bin ich dem der SchönheitIhrer äußeren Erscheinung.
Diese Husten! Diese Stirne!Diese Nase! Die EntfaltungDieses Lächelns auf den Lippen!Und wie gut ist ihre Haltung!
S.
Ach, wie schön bist du, wenn traulichDein Gemüt sich mir erschließet,Und Mm nobelster GesinnungDein Rede überfließet!
Wenn du mir erzählst, wie immerDu so groß und würdig dachtest,Wie dem Stolze deines HerzensDu die größten Opfer brachtest!
Wie man dich für MillionenNicht vermöchte zu erwerben —
Eh' du dich für Geld verkauftest,
Lieber würdest du ja sterben!
Und ich steh' vor dir und höre,Und ich höre dich zu Ende;
Wie ein stummes Bild des GlaubensFall' ich andachtsvoll die Hände. —
6.
Ich halte ihr die Augen zuUnd küss' sie auf den Mund;
Nun läßt sie mich nicht mehr in Ruh',Sie fragt mich um den Grund.
Von Abend spät bis morgens früh,Sie fragt zu jeder Stund':
„Was hältst dit mir die Augen zu,Wenn du mir küßt den Mund?"
Ich sag' ihr nicht, weshalb ich's thu',Weiß selber nicht den Grund —Ich halte ihr die Augen zuUnd küss' sie ans den Mund.