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3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
30
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Neue Gedichte.

O, ihr Nachtigallenchöre,Die ich trage in der Seele,Daß man eure Wonne höre,Jubelt auf mit voller Kehle!

2.

Wie rasch du auch Vvriiberschrittcst,Noch einmal schautest du zurück,Der Mund, wie fragend, kühn geöffnet,Stürmischer Hochmut in dem Blick.

O, daß ich nie zu fassen suchteDaS weiße flüchtige Gewand!

Die holde Spur der kleinen Füße,O, daß ich nie sie wiederfand!

Verschwunden ist ja deine Wildheit,Bist wie die andern zahm und klar,lind sanft und unerträglich gütig,Und ach! nun liebst du mich sogar!

3.

Nimmer glaub' ich, junge Schöne,Was die spröde Lippe spricht;

Solche große schwarze Augen,

Solche hat die Tugend nicht.

Diese branngestreiftc Lüge,

Streif sie ab! Ich liebe dich.

Laß dein weißes Herz mich küssenWeißes Herz, verstehst du mich?

4.

Wie entwickeln sich doch schnelleAus der flüchtigsten EmpfindungLeidenschaften ohne GrenzenUnd die zärtlichste Verbindung!

Täglich wächst zu dieser DameMeines Herzens tiefste Neigung,Und daß ich in sie verliebt sei,Wird mir fast zur Überzeugung.

Schön ist ihre Seele. Freilich,Das ist immer eine Meinung;