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Neue Gedichte.
6.
Wie neubcgierig die MöweNach uns herüberblickt,
Weil ich ait deine LippenSo fest mein Ohr gedrückt I
Sie möchte gerne wissen,Was deinem Mund entquillt,Ob du mein Ohr mit KüssenOder mit Worten gefüllt?
Wenn ich nur selber wüßte,Was mir in die Seele zischt!Die Worte und die KüsseSind wunderbar vermischt.
7.
Sie floh vor mir wie'n Reh so scheu,Und wie ein Reh geschwinde;Sie kletterte von Klipp' zu Klipp',Ihr Haar, daS flog im Winde.
Wo sich zum Meer der Felsen senkt,Da Hab' ich sie erreichet,
Da Hab' ich sanft mit sanftem WortIhr sprödes Herz erweichet.
Hier saßen wir so himmelhoch,Und auch so himmclsclig;
Tief unter uns, ins dunkle Meer,Die Sonne sank allmählich.
Tief unter unS, ins dunkle Meer,Versank die schöne Sonne;
Die Wogen rauschten drüber hinMit ungestümer Wonne.
O, weine nicht, die Sonne liegtNicht tot in jenen Fluten;
Sie hat sich in mein Herz verstecktMit allen ihren Gluten.
8.
Auf diesen Felsen bauen wirDie Kirche von deni dritten,Dein dritten neuen Testament;Das Leid ist ausgelitten.