Neue Gedichte.
3.
Das ist eine weiße Möwe,
Die ich dort flattern seh'
Wohl über die dnnklcn Fluten;Der Mond steht hoch in der Höh'.
Der Haifisch nnd der Roche,Die schnappen hervor aus der See,Es hebt sich, es senkt sich die Möwe,Der Mond steht hoch in der Höh'.
O, liebe flüchtige Seele,
Dir ist so bang und weh!
Zu nah ist dir das Wasser,Der Mond steht hoch in der Höh'.
4.
Im Mondenglanzc ruht daS Meer,Die Wogen murmeln leise;
Mir wird das Herz so bang nnd schwer,Ich denk' der alten Weise,
Der alten Weise, die uns singtVon den verlornen Städten,
Wo aus dem Meeresgründe klingtGlockengeläut nnd Beten —
Das Läuten nnd das Beten, wißt,Wird nicht den Städten frommen,
Denn was einmal begraben ist,DaS kann nicht wiederkommen.
S.
Daß du mich liebst, daS wüßt' ich,Ich hntt' es längst entdeckt;
Doch als du mir's gestanden,
Hat es mich tief erschreckt.
Ich stieg wohl auf die BergeNnd jubelte und sang;
Ich ging anS Meer nnd weinteBeim Sonnenuntergang.
Mein Herz ist wie die SonneSo flammend anznsehn,
Und in ein Meer von LiebeVersinkt es groß nnd schön.