Neue Gedichte.
Kennst dn das alte Liedchen?Es klingt so süß, es klingt so trüb!Sie mußten beide sterben.Sie hatten sich viel zu lieb.
30.
In meiner Erinnrnng erblühenDie Bilder, die längst verwittert —Was ist in deiner Stimme,Das mich so tief erschüttert?
Sag' nicht, daß du mich liebst!Ich weiß, das Schönste ans Erden,Der Frühling und die Liebe,Es muß zu Schanden werden.
Sag' nicht, daß du mich liebst!lind küsse nur und schweige,Und lächle, wenn ich dir morgenDie welken Rosen zeige.
31.
„Moudscheintrnukcnc Lindenblüten,Sie ergießen ihre Düfte,
Und von NachtigallenliedernSind erfüllet Laub und Lüfte.
„Lieblich läßt es sich, Geliebter,
Unter dieser Linde sitzen,
Wenn die gvldnen MondeslichtcrDurch deS Baumes Blätter blitzen.
„Sieh dies Lindenblatt! du wirst esWie ein Herz gestaltet finden;
Darum sitzen die VerliebtenAuch am liebsten unter Linden.
„Doch du lächelst, wie verlorenIn entfernten Schnsnchtstränmen —Sprich, Geliebter, welche WünscheDir im lieben Herzen keimen?"
Ach, ich will es dir, Geliebte,
Gern bekennen, ach, ich möchte,
Daß ein kalter Nordwind plötzlichWeißes Schneegestöber brächte;