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3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
18
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Nene Gedichte.

Warcn's nicht dieselben Bäume,

Blumen, Küsse, Liebesblicke?

Schien der Mvud nicht durch die BlätterIlnsrer Laube hier am Bache?

Hielten nicht die MarmorgöttcrVor dem Eingang stille Wache?

Ach! ich weiß, wie sich verändernDiese allzu holden Träume,

Wie mit kalten SchnccgewändcrnSich umhüllen Herz und Bäume;

Wie wir selber dann erkühleuUnd uns fliehen und vergessen,

Wir, die seht so zärtlich fühlen,

Herz an Herz sich zärtlich pressen.

28.

Küsse, die man stiehlt im DunkelnUnd im Dunkeln wicdcrgiebt,

Solche Küsse, wie besel'genSie die Seele, wenn sie liebt!

Ahnend und crinuruugsüchtigDenkt die Seele sich dabeiManches von vergangnen Tagen,Und von Zukunft mancherlei.

Doch das gar zu viele DenkenIst bedenklich, wenn man küßt;Weine lieber, liebe Seele,

Weil das Weinen leichter ist!

29.

Es war ein alter König,

Sein Herz war schwer, sein Haupt war grau;Der arme, alte König,

Er nahm eine junge Frau.

Es war ein schöner Page,

Blond war sein Haupt, leicht war sein Sinn;Er trug die seidne SchleppeDer jungen Königin.