27«
Herrn ist erst seit ungefakr zweihundert Jahren aufgekom-men, noch später aber die Sitte, auch den Tod des Ge-richtspatrons auf diese Weise zu ehren. Das auf denDorfern übliche Abend- und Mittagslauten dientezwar ursprünglich dazu, die Zeit des Gebets anzusagen,allein spater behielt man es als Signal zur Heimkehr fürdie auf dem Felde arbeitenden Lanoleute um so willigerbei, je mehr es ehemals nicht nur an Taschen-Uhren, son-dern auch an Thurm-Uhren fehlte.
Indem wir andere Benutzungs - Arten der Glocken beiBeginn von Messen und Markten, Ansagung von Ge-meinde-Versammlungen, Hegung des peinlichen Gerichtsu. s. w. mit Stillschweigen übergehen, wollen wir nochein paar Worte über das Glocken-Metall bemerken.
Der Haupcbestandtheil des Glocken-Metalls oder dersogenannten Glockenspeise ist Kupfer. Dieses wirdjedoch mehr oder weniger mit Ainn und Messing ver-setzt. In welcher Art und Weise die Vermischung dieserMetalle stattfinden müsse, hangt ganz von dem kunstge-rechten Ermessen der Glockengießer ad, deren Haupt-Ge-heimnis darin besteht, diese Mischung richtig zu treffen.Als Haupt-AnHall dabei muß natürlich das Streben dienen^den Glocken eben sowohl hellen Klang, als Dauer-haftigkeit zu geben. Gewöhnlich sagt man, daß aus-zehn Theilen Kupfer, einem Theile Zinn und zwei TheilenMessing die beste Glockenspeise gewonnen werde. Die frühereGewohnheit, Silber zuzusetzen, ist nicht nur ganz un--
welche man deshalb unter andern i» Mailand geradezu vom öf-fentliche» Erscheinen bei Begräbnissen ausschloß, wie Hti Il-mann ebcntas. erwähnt.