III
Der Gebrauch der Schreibfcdcrn.
So unvollständig auch die Nachrichten sind, welche sichbei den Schriftstellern des Alterthums über die ersten An-fänge der Schreibkunst finden, so crgiebt sich daraus dochwenigstens so viel, daß man die Schriftzüge schon auf dieältesten Grundlagen zu deren Aufbewahrung, d. h., schonauf Palmblätter u. dergl. mit harten, spitzigen Griffelnaus Knochen oder Metall eingeritzt habe. Eben, weil dieganze Operation damals nicht sowohl ein Schreiben,als ein Einschneiden war, worauf auch schon dergriechische Name der Schreibkunst hindeutet, mußten dieSchreibgriffel während der ganzen langen Zeit, wo blosganz harte Tafeln zur Aufnahme der Schrift für geeignetgehalten wurden, mehr den Gravir-Nadeln unsrer Kupfer-stecher, als irgend einem Schreib-Znstrumente von jetzigerArt gleichen.
Allmählig jedoch erkannte man nicht nur die Palm-blätter für zu unzureichend und unsicher, sondern auch dieHolz-, Metall- oder Elfenbein-Tafeln für zu unbequemund schwerfällig zur Aufnahme längerer schriftlicher Mit-theilungen; zumal wenn diese etwa weit versendet wer-den sollten.