XV.
Die Einführung der Kirchen-Glocken.
Im Allgemeinen versteht man bekanntlich unter einerGlocke ein metallnes hohles Werkzeug in der Gestalt einesstumpfen ausgeschweiften Kegels, welches gewöhnlich imInnern mit einem eisernen Schlägel oder Klöppel versehenist, und dazu dient, durch seinen Klang ein äußeres Zeichenzu geben; im engern Sinne aber unterscheidet man wiederKirchen- oder Läut-Glocken, Schläge-Glocken undsogenannte Kappen, mit welchem letzteren Worte diekleinen Glocken an den größeren Stuben-Uhren bezeichnetwerden *).
Hier soll vorzugsweise von der ersteren und wichtigstenGattung, also von den Kirchen-Glocken die Rede seyn,weil durch die Geschichte derselben mehrere merkwürdigeMomente in dem Fortschreiten der christlichen Gesellschasts-Verfassung Licht und Erläuterung bekommen.
*) Die natürlichste Ableitung des, fast in allen europäischenSprachen mit Gleich-Klang vorkommenden alten Wortes Glockeist die, daß man es für eine unmittelbare Nachahmung des natür-lichen Schalles erklärt, welchen eine in Bewegung gesetzte oder an-geschlagene Glocke ertönen läßt. Das angelsächsische Wort lllugg»macht die Richtigkeit dieser Herleitung am deutlichsten bemerkbar.