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Drittheil des neunten Jahrhunderts Gebrauch, nachdem siedieses Erhohungsmittel der Feierlichkeit des Gottesdienstesdurch die Venerianer hatte kennen lernen.
Als nämlich im Jahre 865 der damalige Heerführersvux) der venetianischen Seemacht, Ursus Patriciacus,in einer ernstlichen Fehde mit den Saracenen durch dengriechischen Kaiser Michael treuen Beistand erhalten hatte,schickte er ihm als Beweis seiner Erkenntlichkeit zwölf große,trefflich klingende Glocken zum Ehren-Geschenk; von denenMichael's Nachfolger, Basilius l-, im Jahre 872 zumersten Mal Gebrauch machen ließ, nachdem er sie in demThurme der Sophien-Kirche zu Eonstantinopcl — derjetzigen ersten kaiserlichen Moschee daselbst — feierlich hatteaufhängen lassen. Als aber späterhin im Iahte I45SSultan Muhammed II. mit der Eroberung Constantinopelsdem griechischen Kaiserthum und der Herrschaft des christ-lichen Eultus daselbst ein Ende machte, wurd n diese Glockenzerbrochen, und eingeschmolzen: denn die Türken waren vonjeher ganz gegen den kirchlichen Gebrauch der Glocken ein-genommen, weshalb auch schon früher, im Jahre 1187,der Sultan Saladdin in dem von ihm den Kreuzfahrernwieder abgenommenen Jerusalem sofort alle Glocken vonden Thürmen hatte herabwerfen lassen. Bekanntlich sinddie Kirchen-Glocken noch jetzt in der Türkei verpönt; wes-halb alle, unter türkischer Botmäßigkeit lebende christlicheGemeinden sich des Gebrauchs derselben fortwährend ent-halten müssen, und das Zeichen zum Beginn ihrer gottes-dienstlichen Versammlungen nur wie vor Zeiten die erstenChristen, durch Hammerschläge auf ein frei Hangendes Bretertheilen lassen dürfen. Nur einige wenige, in entlegenenProvinzen liegende christliche Klöster haben kleine Belglocken.