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Sollte es daher wirklich, wie man in der Regel behauptet,keine andere, zur Auflösung von Glasmasse dienliche Säuregeben, als den Flußspath-Extract, so müßte man doch zu-geben, daß die ätzende Eigenschaft dieser Säure bei weitemfrüher entdeckt worden, als man bisher gewöhnlich anzu-nehmen pflegte.
Doch ist wenigstens so viel gewiß, daß man ehedemmit dieser Säure beim Glas-Aetzen ganz anders zu ope-rircn pflegte, als jetzt.
Während man nämlich jetzt das dazu bestimmte Glasin der Regel mit einem Firniß bedeckt, und in diesen dieZeichnungen, welche geätzt werden sollen, mit einem spitzigenInstrument hineinritzt, bedeckte man ehedem die Zeich-nungen selbst mit einem Firniß, und ließ dann denGrund vom Aetzwasser anfressen, woraus glatte, helleZeichnungen auf mattem Grunde entstanden; statt daßjetzt die Sache sich gerade umgekehrt verhält. Höchstwahrscheinlich that man dieß deshalb, damit die Produktedieser neuen Erfindung sich von der gewöhnlichen Kunst, inGlas zu schneiden, desto besser unterscheiden möchten.
Uebrigens haben Schwanhard und dessen Schülerdas damals erfundene Aetzwasser sehr geheim gehalten;und nur erst im Jahre 1725 wurde etwas davon bekannt'').
Doch, wir wollen uns jetzt zu der Kunst, auf Glaszu malen, wenden.
An und für sich könnte man, mit Beziehung auf denobenerwähnten Umstand, daß die Fertigkeit, Glas beliebigzu färben, so zeitig in den Gang gekommen, die Ueber-zeugung hegen, eben deshalb müsse man auch sehr bald
") Vergl. Beckmann, a. a. O., Bd. IN. S. 549 u. ff.