Druckschrift 
2 (1842) (1842)
Entstehung
Seite
197
Einzelbild herunterladen
 

197

wir nachher, bei der Entdeckungs-Ge^chichte des sächsischenPorzellans, noch besonders zurückkommen müssen.

Leuchtet aus dem bisher Gesagten von selbst ein, daßhöchst wahrscheinlich die Vasa Umrkina der Alten keinPorzellan gewesen, so muß uns dieß um so mehr veran-lassen, bei weiterer Besprechung der Sache nur bis aufdas älteste uns bekannte Porzellan, das chinesischeund japanische, zurück zu gehen.

Die erste Nachricht von diesem hat man in Europa,der allgemeinen Angabe zu Folge, im Jahre 1474 durchJoseph Barbari, den damaligen Gesandten der RepublikVenedig am persischen Hofe, erhalten, wo dieser solcheGefäße als eine Merkwürdigkeit in Augenschein nahm; bisspätere Reisende directe Angaben hierüber aus China selbstmitbrachten. Wie zeitig aber die Chinesen und Japanerauf die Kunst des Porzellanmachens verfallen sind, darüberwissen sie selbst nichts Näheres anzugeben, und ihr Aus-druck, daß dieselbe seit vielen tausend Jahren bei ihneneinheimisch sey, gewährt als eine dort gemeinübliche, orien-talische Redensart um so weniger einen festen Ankalt, jelügenhafter überhaupt ihre, mit der National-Eitelkeit inEins verwachsenen historischen Annale« erscheinen, sobaldman sie ihres bilderreichen Redeschmucks entkleidet, undvon Anfang an nicht den Köhler-Glauben mancher Missio-narien und anderer Reisender dazu mitbringt. Das Por-zellan selbst heißt bei den Chinesen Thski, den Thonaber nennen sie Kaolin, und den Gypsspath, welcheraußerdem zur Masse kommt, Petunse. Uebrigens istdas japanische Porzellan an Masse, Farbe und Aus-schmückung von weit größerem Werthe, als das eigentlichchinesische; beide Sorten aber wurden ehedem gemeinsam