103
dringend nöthig war; es mußte also für Handwerker undKünstler, die ihnen hier behülflich scyn wollten, sich reich-liche Gelegenheit zu Erwerb offenbaren. Eben darum sie-delten sich dergleichen gewerbtreibende Leute gar gern inder Nähe solcher mit Kirchen, Wallfahrtsplätzen u. dergl.versehenen Burgen an; und als nach und nach dieseKirch-Burgen sich in Städte, d. h. in größere, mitWall, Mauer und Graben eingeschlossene, und durch einefeststehende Besatzung veriheidigte Ortschaften verwandelten,welchen man wegen dieser Besatzungen oder Ltationes denNamen Städte beilegte, gewann auch der Gewerbs-Betrieb des Handwerksstandes immer größere Festigkeit undBedeutung; zumal, da seit der Regierung König Hein-rich l-, also zuerst in der Zeit von 920—940 diese städti-schen Ansiedelungen nicht mehr blos von hörigen d. h.persönlich unter fremder Botmäßigkeit stehenden, sondernweit häusiger von freien mit mehrfachem Besitzthum ver-sehenen Leuten besetzt wurden, welche bis dahin abgesondertvon einander aus ihren Aeckern gelebt hatten, nun aberden größeren Schutz gegen fremde Raubsucht benutzten,der in den neu angelegten Städten sich ihnen darbot, undhierzu auch von ihren Landesherren selbst veranlaßt wurden.
Mit dieser Erweiterung des Handwerksstandes aberhing es ganz natürlich zusammen, daß bald Handels-leute aller Art sich bewogen fanden, den vergrößertenBedürfnissen derer, welche täglich einer immer höher sichsteigernden Menge roher Producte zur gewerblichen Ver-arbeitung bedurften, durch regelmäßig wiederkehrendes Er-scheinen in den neuen Städten auf eine, für beide Theilemöglichst bequeme Weise abzuhelfen.
Schon beim ersten Beginn der mit weiten Wanderungen