87
kaum auf eingewebte, sondern nur aus eingenähete Buch-staben zu deuten scyn möchte, obwohl das Wort intexeregebraucht ist*).
Nach allem Anschein hat man Silber sä den aufähnliche Art weit später zu verwenden angefangen; dennweder Plinius, noch ein anderer ihm vorausgehender,oder gleichzeitige« Schriftsteller gedenkt der Silberstoffe; ob-wohl dieß gewiß geschehen seyn würde, wenn sie damalsschon üblich gewesen wären. Vielmehr läßt sich aus einerStelle in des Vopiscus Lebensbeschreibung des KaisersAurelius (Kap. 46.), wo er erzählt, dieser Imperator habeden Verbrauch des Goldes zu Vergoldungen und Webereienganz verbieten wollen, weil, trotz der vorhandenen größernMenge an Gold, als an Silber, doch jenes dadurch seltnerwerde, daß es so häufig in den Vergoldungen und Gold-fäden verloren ginge, während alles vorhandene Silber sichin seiner eigentlichen Beschaffenheit erhielte — mit ziem-licher Sicherheit schließen, daß man selbst damals die Silber-fäden noch nicht zur Weberei oder Stickerei verwendethabe. Erst unter den spätem griechisch-constantinopolita-nischen Kaisern wurde, wie Salmasius in s. Anmerkungenzu der vorerwähnten Stelle des Vopiscus erwiesen hat,dieser Gebrauch des Silbers üblich.
Dabei blieb man aber hinsichtlich der eigentlichen Be-reitung der Gold- und Silbersäden noch weit länger beider alten, beschwerlichen Sitte stehen, sich dazu blos desHammers und der Feile zu bedienen. Selbst im achten
*) Vergl. den hierbei mehrfach benutzten Aufsatz von Beck-mann über Drahtzieherei, in dessen Gesch. der Erst, Bd. III.S. 64 u. ff.