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Jahrhunderte nach Chr. Geb. scheint man noch immerkeinen Versuch gemacht zu haben, die zu schmalen Streifengeschlagenen und zerschnittenen Metalle durch die Löchereiner, senkrecht auf einen Arbeitstisch befestigten, stählernenPlatte zu ziehen, und so das eigentliche Drahtziehen zuerfinden. Zwar sind die am leichtesten dehnbarenMetalle vermuthlich zuerst zu Draht gezogen worden,so daß man also den Messing- und Elsendraht für weitalter zu halten hat, als den Gold- und Silberdraht:allein, auch wenn man dieß annimmt, laßt sich dadurchdie wahre Zeit der Erfindung des Metalldrahts noch immernicht sicher genug ausmitteln. Denn von den Drahtarbeitender Vorzeit sind uns so wenige Ueberreste verblieben, daßsich daraus wenigstens kein hinreichender Schluß machenlaßt. Vielmehr liegt ein augenscheinlicher Beweis dafür,daß sich das althergebrachte Drahtschmieden auch inDeutschland noch sehr lange erhielt, in der Thatsache, daßselbst noch bis gegen Mitte des vierzehnten Jahrhundertsdie Drahtmacher zu Nürnberg und Augsburg weithäufiger Drahtschmiede, als Drahtzieher genannt wur-den, und erst nach dieser Zeit die letztere noch jetzt üblicheBenennung allmählig herrschend ward. Man kann alsohöchstens annehmen, daß die Kunst des wirklichen Draht-ziehens im vierzehnten Jahrhunderte ihre Entstehungerhalten habe, und namentlich in vorgenannten beiden,durch technische Erfindungen solcher Art vielfach ausgezeich-neten, deutschen Städten allmählig in Gebrauch gekom-men sey.
Jedenfalls ging man in der Drahtzug-Operation selbstnur Schritt vor Schritt vorwärts. Anfangs wurde gewißder Zug nur mit der Hand vom Arbeiter bewirkt; ohngefähr