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bei Hofe bekannt gemacht, und den König Ludwig XIII. —in dessen letzte Regierungsjahre diese Geschichte falle —zum Gebrauch des neuen Siegellacks veranlaßt: woraufdann — nach damals üblicher Pariser Hofsitte — derhohe Adel u. f. w. diese Waare sofort so sehr in Pro-tection und Anspruch genommen habe, daß sie sehr baldin ganz Paris üblich geworden sey, und Rousseau nochvor Ablauf eines Jahres sich damit ein Vermögen vonfunszigtausend Livres erworben. Uebrigens habe Rousseaufür sein Product nur deshalb die nachher allgemein ge-wordene Bezeichnung: spanisches Wachs (Lire ,1'IZ»-PSANS) gewählt, weil eben damals unter dem NamenLire eis Portugal eine Art von Gummi-Lack im Verkehrgewesen sey, von dem er sein Fabrikat, bei aller Ähn-lichkeit, doch gern habe unterscheiden wollen.
Es fragt sich vielleicht, ob diese Erzählung ganz undgar zu verisiciren seyn möchte: die Hauptdata indessendürsten doch wohl historischen Grund haben.
Freilich scheint wenigstens Deutschland das Siegel-lack nicht erst aus Frankreich erhalten, sondern es viel-mehr selbst weit früher schon gekannt zu haben: inwiefernnämlich die Diplomatiker sich nicht tauschen, welche unsin deutschen Archiven untersiegclte Urkunden nachweisen,deren Siegel nach ihrer Behauptung nicht aus altemSiegel-Wachs, sondern aus wirklichem Siegel-Lack nachjetziger Art bestehen, und die gleichwohl unkezweifelt schonin die Mitte des sechszehnten Jahrhunderts gehören.So wird z. B. ein vom 3. August 1554 aus Londondatirler, in dem Rheingräflich Dhaunschen Archive vor-handener Brief dieser Art erwähnt, der mit einem Siegel