Druckschrift 
2 (1842) (1842)
Entstehung
Seite
71
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unter dem Namen mnltli» vorkommenden, aus mancherleiharzigen und daher brennbaren Bestandtheilen bereitetenKitt, der eigentlich dazu diente, Röhren, Wasserbehälteru. dergl. wasserdicht zu machen — zum Siegeln ange-wendet habe. Die Bereitung dieses Kitts wird unter andernin dem Wörterbuche des Festus bei dem Worte iiialtüagelehrt, und dabei gesagt, er bestehe aus Pech und Wachs;allein es fehlt an hinlänglichen Beweisen über den Gebrauchdieser Masse zum Siegeln. Sollte dieß jedoch wirklich derFall gewesen seyn, so würde man diesen harzigen Kitt fürden ähnlichsten Vorläufer des wirklichen Siegellacks zu er-klären haben, welches ja auch aus harzigen Stoffen besteht.

Was nun aber die allmähliche Einführung des eigent-lichen Siegellacks selbst anlangt, so sind hierüber sehrverschiedene Erzählungen in Umlauf.

Nach der Angabe des Franzosen Pomel in seinerGeschichte der Droguerie-Waaren sUi8toire Zönörale äesckroAUes, ä ?ari8 17Z5. 4.), Th. I- S- 28, U. Th. II.S. 44, soll sein, in der Nähe von Auxerre geborenerLandsmann, Franz Rousseau, nach langjährigen Reisenin Perstcn und Ostindien, und nachdem er von seinemfrüheren Wohnort, der Insel St. Domingo (Hayti), nachParis zurückgekehrt und daselbst als Kaufmann etablirtgewesen sey, hier aber durch eine Feuersbrunst sein ganzesVermögen verloren habe — aus den Gedanken gekommenseyn, zu Erschwingung des nothdürfligsten Erwerbs fürsich und seine Familie, Siegellack aus dem Gummi-Lack zu verfertigen, dessen Bereitung er in Indien oftmit angesehen. Eine mit ihm bekannte französische Hof-dame, Frau von Longueville, habe die neue Waare zuerst