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ringe oder einem andern Petschafte verschlossen zu werdenpflegten, welches des Kaisers Bildniß enthielt.
Allerdings wissen wir nicht, ob Herodot, Lucian, undder Kirchen-Eoncilien-Referent eine und dieselbe Erde imSinne gehabt haben- allein es kommt auch hierauf wenigan; genug, daß aus diesen Zeugnissen der uralte Gebrauchder Siegelerde deutlich sich darthun laßt. Ohnedieß wissenwir nicht einmal, ob die von einigen römischen Schrift-stellern unter dem Namen cret» oder oretula erwähnteSiegelerde von eben der Art gewesen, wie die der Aegyptcrund Griechen. Was übrigens den Gebrauch der Siegel-erde bei den Römern betrifft, so genügt es wohl, hierder bcmerkcnswerthen Stelle gedacht zu haben, die indieser Beziebung in Eicero's Rede pro I'Inoco, vap. IS,vorkommt. Eicero zeigte nämlich damals zur Vertheidigungdes Flaccus ein in Asien ausgestelltes Zeugniß vor, undbewies dessen Aechtheit damit, daß er daraus aufmerksammachte, es sey mit asiatischer Siegelerde versiegelt, womit,wie seine Zuhörer taglich wahrnehmen könnten, alle ausAsien kommenden öffentlichen und Privat - Briefe gesiegeltwürden; unter dem Beifügen, eben dieser Umstand be-weise, daß das vom Gegner beigebrachte Zeugniß falschsey; denn es sey mit Wachs versiegelt, und könne alsonicht in Asien ausgestellt seyn.
Daß die Siegelerde jeder Art etwas Thon enthaltenhaben müsse, leuchtet von selbst ein; und es kann unshierin der von den Römern dafür gewählte Ausdruckereta um so weniger irre machen, da es bei ihren clas-sischen Autoren Stellen genug giebt, worin der Ausdruckerets für eine unter jeder Bedingung thonartige Substanzgebraucht wird. So erwähnt z. B. Colu mella (XII, 43.)
Gesch. d. Erfind. 2. Bd. 5