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mit btosem Blei lassen sich Linien ziehen; und diese Sittedes Liniircns war nach Plinius HXXXtll, 3.) schondem Alterthum bekannt; auch sind diese Bleilinien denmit wirklichem Bleistift gezogenen täuschend ähnlich. Danun die Alten wirklich ihre Linien mit wahrem Bleizogen, und dieß um so leichter möglich war, je gewöhn-licher man sich damals statt unseres Papiers des ausSchaaf- oder Eselshaut bereiteten Pergaments zum Schreibenbediente, dessen fester Körper die Bleistriche weit besser an-nahm, als sie auf dem jetzt üblichen Papier haften: sogab es ehemals gar keinen Anlaß, sich nach einem andernLiniirmaterial umzusehen, und das Reißblei aufzusuchen.Um nicht zur Handhabung eines allzu leicht biegsamen,und daher dem Krummwerden beständig ausgesetzten S tiftesvon wirklichem Blei genörhigt zu seyn, bediente man sichim Alterthume einer kleinen, runden bleiernen Scheibe,die man den „Vorschreiber", ?r«x«^ixPos oder praelluotalnannte. Das Lineal selbst, woran die Linien gezogenwurden, hieß canon. Der Gebrauch dieser bleiernen Scheibezum Liniren muß sich um so länger erhalten haben, davon den Diplomatikern Handschriften genug aus dem eilstenund zwölften Jahrhunderte angeführt worden sind, andenen Vleististlinien sich zeigen *). Auch haben schonSachkenner darauf aufmerksam gemacht, daß das häufigeVorkommen krummer und schiefer Zeilen in den, aus demAnfange des fünfzehnten Jahrhunderts stammenden Hand-schriften, unverkennbar das Abkommen des Liniirens indieser Zeit anzeige, im Gegensätze zu den noch sehr gerade
Vergl. z. B. Schöne mann'S Versuch eines Systemsder Diplomatik, Hamburg 1802. ö., Th» II., S» 1l>3 und 114.