damit beauftragten Person unter den Verordnungen miteiner Art von Druckerschwarze abgedruckt wurden.
Dieser Gebrauch scheint, wie gesagt, zuerst bei denOstgothen in Italien ausgekommen zu seyn, verpflanztesich aber bald zu den Franken und übrigen germanischenStammen sort, und blieb dann besonders bei den deut-schen Kaisern bis in das sechszehnle Jahrhundert hineinüblich! auch scheint man schon vom neunten Jahrhundertean mitunter viel Fleiß aus die zierliche Darstellung solcherMonogramme verwendet zu haben*).
Daß man aber aus diesen ersten Grundlagen der Holz-schneidekunst im Lause einiger hundert Jahre so schnellvorwärts schritt, wie dieß die Kunstgeschichte wirklich be-zeugt, dazu trugen mehrere vereinigte Umstände wesentlichbei: namentlich die Anwendung der Bildschnitzerei zur Aus-schmückung der Kirchen, und das Ausschneiden von Holz-Stampillen für die silbernen Hohl-Münzen oder Bractcatender damaligen Zeit; die bekanntlich seit dem zwölften Jahr-hunderte in Gebrauch kamen**).
Je mehr nun aber die Holzschneidekunst auf diese undähnliche Art äußern Anhalt zu ihrer technischen Fortbildungerhielt, desto natürlicher war es, daß mit ihrer Hülfe, nach-dem sie bereits dem Religions-Cultus und dem Münzwesen
*) Vergl.'wegen des letztern Umstandes Muratori's äu-tiguitt. Italiae ineü. aevi, Th III. S» 118. und über die Mono-gramme der deutschen Kaiser insbesondere, und ihre Wichtigkeitfür die deutsche Staats- und Regenten-Geschichte, den Anhang zuI. H eumann's tloinmentartis lte re llixlomatica liiiperat. etreg. <Zerin. Nürnberg 1745. 4.
**) Vergl. I. P. v Lndewig's Einleit. z. deutschen Münz-wesen mittlerer Zeit, mit Anm. v. I. I. Moser, Ulm 1752.8., S. 37 u. 72.