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auf einmal angekündigt. Stuf eine ausgezeichnete Weise wurde Scott'sName kürzlich hier gefeiert. Bei einem Feste war eine glänzende Mas-kerade, wo die meisten Helden der Scott'fchen Romane in ihrer charakte-ristischen Äußerlichkeit erschienen. Von dieser Festlichkeit und diesen Bildernsprach man hier wieder acht Tage lang. Besonders trug man sich damitherum, dass der Sohn von Walter Scott, der sich inst hier befindet, alsschottischer Hochländer gekleidet und, ganz wie es das Kostüm verlangt,nacktbeinig, ohne Hosen, bloß ein Schurz tragend, das bis ans die Mitteder Lenden reichte, bei diesem glänzenden Feste paradierte. Dieser jungeMensch, ein englischer Hnsarenofficier, wird hier sehr gefeiert, und genießthier den Ruhm seines Vaters. Wo sind die Söhne unserer großenDichter, die, wenn auch nicht ohne Hosen, doch vielleicht ohne Hemd her-umgehen? Wo sind unsere großen Dichter selbst? Still, still, Das isteine partis kontsuso."
Einen Dichter gab es jedoch, dem seit einem Vierteljahrhundert voneiner stillen Gemeinde zu Berlin eine wandellose Verehrung gezollt wurde.Dieser Dichter war Goethe, diese stille Gemeinde war der Rahel'sche Um-gangskreis. Rahel Levin, geboren im Juni 1771, Haiti? seit ihrer frühestenZugend, in vertrautein Umgänge mit David Veit und Wilhelm von Hum-boldt, das Studium der Goethe'schen Werke zu einer der Hauptaufgabenihres gedankenernsten, poesievollcn Lebens gemacht. Eine idealistische Na-tur, sympathisierend mit allem Großen und Schönen, produktiv und selb-ständig im Denken, aber zu philosophisch, um jemals auch nur zum Ver-such eigenen poetischen Schaffens zu gelangen, fand sie in Goethe's Dich-tungen Alles konkret und Plastisch dargestellt, was sie in der Stille gedachtund empfunden, oder in blitzartig aufleuchtenden Gesprächsaperyus hin-geworfen hatte. Um Goethe's Werke rankte sich, so zu sagen, ihre ganzeExistenz, sie waren ihr der Schlüssel zu allen Geheimnissen der Welt unddes Lebens. Von Goethe gelobt worden, mit ihm befreundet zu sein, janur mit ihm gesprochen zu haben, galt ihr als der beste Empfehlungs-brief, und es ist ein ernsthaft gemeinter Scherz, wenn Prinz LouisFerdinand, nachdem ihn Goethe besucht hatte, der Rahel dies wichtigeEreignis mit den Worten melden ließ: „Jetzt bin ich ihr gewiss unterBrüdern dreitausend Thaler mehr Werth." Rahel hatte in der That dieBedeutung Goethe's schon zu einer Zeit erkannt, als dieselbe von der seichtaufklärerischen Berliner Kritik noch vielfach bestritten ward, und ihr rast-