Druckschrift 
1 (1867)
Entstehung
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Vorwort.

Es ist ein äußerlich scheinloses, stilles, durch keine gewaltsamen Er-eignisse bewegtes Leben, das die nachfolgenden Blätter vor uns ent-rollen. Ein deutsches Dichterleben! Die Armuth stand an seinerWiege, die kalte Sonne des Ruhmes beglänzte seinen einsamen Pfad,und trüb und traurig erlosch es in der unwirthlichen Fremde.

Was ist von solchem Loose Viel zu erzählen in unsrer geräusch-vollen Zeit? Was kümmert uns das arme Dichterherz, das zu Staubgeworden in seiner Gruft auf dem Friedhofe von Montmartre, unddas nicht mehr theilnimmt an unfern Kämpfen und Siegen? Unterdem Donner der Schlachten erbebte die Welt, seit der müde Pulsjenes Herzens den lebten Schlag gethan, Könige stürzten gerichtetvon den Thronen, Völker befreiten und einigten sich, jenseit desWeltmeeres zerbrach die Fessel des schwarzen Sklaven, und rasch,wie das Dampfross auf den Eisenschienen oder das Wort auf denFlügeln des Blitzes dahinfährt, rollen die Fortschrittsräder der Ge-schichte dem Aufgang zu! '

Wir sind wach und mündig geworden, nicht mehr in weichlicherKlage legen wir thatlos die Hände in den Schoß, oder spotten mitohnmächtigem Witz unsrer Ketten, oder gaukeln uns in idealistischenZukunftsträumen hinweg über die Roth der Gegenwart; wir sind ein