Drittes Kapitel.
Der Bonner Student.
Die im Fahre 1777 durch den Kurfürsten Maximilian Friedrich vonKöln gegründete Hochschule zu Bonn war in der französischen Zeit, gleichso manchen anderen Pflanzstätten deutscher Bildung, von Napoleon auf-gehoben, und erst am fünften Zahrestage der Schlacht von Leipzig, am18. Oktober 1818, durch König Friedrich Wilhelm III. von Preußen wiedereröffnet worden. Die ausgezeichneten, an die hinge Universität berufenenLehrkräfte verschafften ihr bald einen glänzenden Ruf; die lernlnstigc Fu-gend strömte in Scharen herbei, und die Zahl der Studenten hatte sicham Schlüsse des zweiten Semesters schon auf 700 gehoben. Kein Wunder;denn die evangelisch-theologische Fakultät hatte Namen wie Augusti, Lückeund Sack aufzuweisen, während die katholische Theologie besonders durchden geistreichen Georg Hermes, den Begründer der katholischen Dogmatik,vertreten war. In der medicinischcn Fakultät finden wir die ProfessorenBischoff, Harless, Walther, Nasse, Mayer, Ennemoser und Windischmann,— Letzterer nachmals ein Hanptgegner von Hermes, und wegen seiner Ein-mischung pietistischer Extravaganzen in die wissenschaftliche Heilkunde er-barmungslos von Börne verspottet. Die Lehrstühle der Furisprudenz warenvon Anfang an mit Männern wie Mackeldey, Mitterinaier, Welcker undWalter besetzt, die noch heute zu den Celebritäten ihrer Fachwissenschaftzählen; und in der philosophischen Fakultät hatten Namen wie Arndt,August Wilhelm v. Schlegel, Hüllmann, Delbrück, Nees von Esenbeck,