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1 (1867)
Entstehung
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Zweites Kapitel.

Junge Leiden.

Harry Heine hatte jetzt ein Lebensalter erreicht, in welchem es nöthigward, über die Wahl seines künftigen Berufes eine Entscheidung zu treffen.Am liebsten hätte der aufgeweckte Füngling nach Absolvierung des Gym-nasialkursus eine Universität bezogen und sich wissenschaftlichen Studien zu-gewandt; allein die beschränkten Mittel des Vaters hätten weder für dieVerwirklichung solcher Wünsche ausgereicht, noch hätte dem Zuden eine an-dere als die medieinische Laufbahn offen gestanden, für welche Harry nichtdas mindeste Interesse bewies. So wurde er denn nach wiederholten Be-rathnngen dem Handelsstande bestimmt. Im Fahre 1815 nahm ihn seinVater zur Messe nach Frankfurt mit, und es gelang Dessen Bemühungen,ihm dort im Komptoir eines Bankiers einen Platz zu verschaffen. Daseinförmige Geschäftsleben war jedoch nicht im Stande, Harry's lebhaftenSinn zu fesseln, und nur mit Widerwillen erinnerte er sich in späterer Zeitdieses gezwungenen Aufenthalts in der alten Reichsstadt. Einige Fahrevor feinem Tode äußerte er gegen seinen Bruder Gustav:Mein seligerVater ließ mich im Fahre 1815 auf längere Zeit in Frankfurt zurück. Ichsollte anS besonderen Rücksichten im Bureau des Bankiers meines Vatersals Volontär arbeiten, blieb aber nur vierzehn Tage dort, und benutzteseitdem meine junge, uneingeschränkte Freiheit, um ganz andere Dinge zustudieren. Zwei Monate verlebte ich damals in Frankfurt, und in demBureau des Bankiers brachte ich, wie gesagt, nur vierzehn Tage zu. Dar-aus mag wohl der absichtliche Jrrthnm entstanden sein, den ich einmal ineinem deutschen Blatte las: ich sei nämlich zwei Fahre lang in Frankfurtbei einem Bankier im Dienste gestanden. Gott weiß, ich wäre gern Bankier