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1 (1867)
Entstehung
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Sechstes Kapitel.

In der Residenz.

Das Schicksal hätte der geistigen Entwicklung H. Heine's nicht leichteine größere Gunst erweisen können, als indem es ihn von Göttingen nachBerlin verschlug. Aus der Rumpelkammer todter Gelehrsamkeit trat eran den Herd der weltbewegenden philosophischen Gedanken des Jahrhun-derts, aus den engherzig abgeschlossenen studentischen Kreisen und derIsolierzelle des Poetenstübchens in das gesellige Leben der Residenz undden Verkehr mit der Elite der Geister, aus den phantastischen Nebel-träumen der Romantik mitten -in die bunt erglänzende Tageshelle derWirklichkeit.

Freilich war das Berlin der zwanziger Fahre sehr verschieden vonder heutigen Metropole des deutschen Lebens. In der Politik namentlichwehte ein scharfer, eisiger Wind der Reaktion, der die Hoffnungen desVolkes auf eine freiere, verfassungsmäßige Gestaltung des Staatsorganis-mus jählings dahinwelken machte; die Alten schwiegen verzweiflungsvoll,und der beherzteren Zugend, die es nicht fassen konnte, dass das Blut derFreiheitskriege umsonst sollte geflossen sein, schloss der Knebel der Dema-gogenverfolgnngen den vorlauten Mund. Obschon in Berlin von jeherein geringes Zusammenleben der Studierenden stattfand, weil der Studentsich dort, ungleich seiner Bedeutung in kleineren Universitätsstädten, unterder Menge einflussreicher Hof- und Staatsbeamten und hervorragenderPersönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie die Welle im Ocean verliertmuffte doch Heine bald nach seiner Ankunft erleben, dass auch hier dieLandsmannschaften sammt derArminia", die aus alten Anhängern derBurschenschaft bestand, aufgehoben, und mehr als dreißig junge Leute