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1822 zum Lehrer des Gesanges bei der Universität und des Generalbassesund Kontrapunkts bei der Orgelschnle ernannt. Nach dem geringen Er-folg seiner Oper widmete er sich bis zu seinem frühen Tode hauptsächlichder Kirchenmusik, und seine Kompositionen zeichnen sich sämmtlich durcherhabenen Schwung und eine an die größten Meister erinnernde Tiefe derAuffassung ans. Sowohl Bernhard wie sein jüngerer Bruder JosephKlein, der als Liederkomponist gleichfalls zu schönen Hoffnungen berechtigte,verkehrten in Berlin vielfach mit Heine. Besonders Joseph war mit Letz-terem innig befreundet und schuf ansprechende Melodien zu vielen seinerLieder. In seinem Nachlasse befindet sich u. A. eine noch ungedruckteKomposition der „Grenadiere", über welche Heine sich sehr beifällig äußerte,als ihm dieselbe im Jahre 1854 von einigen Mitgliedern des KölnerMännergesangvereins bei ihrer Anwesenheit än Paris vorgetragen ward.
Neben der blendenden Pracht dekorativer Ausstattung standen indessder Berliner Oper auch die hervorragendsten Gesangskräfte zu Gebote.Anna Milder verfügte über eine Stimme von so wunderbarer Zauberge-walt, wie sie seit der Mara nicht wieder gehört worden war. Sie wurdedie Hauptstütze der antiken klassischen Oper in Berlin; ihre Alceste, Armideund Iphigenie blieben unübertroffene Leistungen, und Spontini verdankteanderthalb Decennien hindurch hauptsächlich ihr seine großartigen Triumphe.Die ausgezeichnetsten Komponisten suchten für ihre Stimme zu arbeiten,und versagten sich andere Hilfsmittel, um ihr die Partien genehm zu machen;so schrieb Weigl die „Schweizerfamilie", Beethoven die „Leonore", Bern-hard Klein seine „Dido" vorzüglich mit Berücksichtigung ihres Talentes.Eine noch höhere Stufe der dramatischen Gesangsknnst erreichte unterSpontini's Leitung Zosephine Schulze, deren Stimme freilich an Wohl-laut und Reiz den natürlichen Mitteln der Milder etwas nachstand. Miteinein feurigen Temperamente und glühender Begeisterung für die Kunstvereinigte sie die gediegenste Schule, und überwand mit unnachahmlicherGewandtheit alle Schwierigkeiten der Koloraturen. Ihrem reinen und per-lenden Triller wusste sie eine stannenswerthe Dauer zu geben, und ihreStimme hatte in der Höhe wie in der Tiefe einen so seltenen Umfang,dass ihr die Königin der Nacht nicht schwerer als die Partie des Tankredward. Neben den beiden Hauptsonnen glänzten als vielbewunderte Sterneam Opernhimmel Berlin's die schöne Karoline Seidler und die anmnthigeTherese Eunike, während unter dem männlichen Personal Karl Adam