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1 (1867)
Entstehung
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andererseits die verschwenderische Ausstattung bei, welche man in der Re-stanrationsperiode auf das Ballett und die Oper verwandte. Tänzerinnenund Sängerinnen bezogen jetzt Honorare, deren Betrag bis dahin in denAnnalen der Bühnenknnst unerhört gewesen war, und selbst der vielbe-rühmte Krönungszug in der „Jungfrau von Orleans" konnte an Prachtder Kostüme nicht mehr wetteifern mit dem Glänze, der bei den Vorstel-lungen Spontini'scher Opern entfaltet ward. Letzterer, der Ritter Spon-tini, war Anno 1829 als General-Musikdirektor von Paris nach Berlinberufen worden, und brachte seine exorbitanten Ansprüche auf einen sinne-verblendenden Luxus der Dekorationen mit nach der Preußischen Residenz.Anfangs witzelten die Berliner, wie Heine erzählt^), über die geräusch-volle Musik der „Olympia" und über den großen Elephanten in den Pracht-aufzügen dieser Oper. Ein Spottvogel machte den Vorschlag, die Halt-barkeit der Mauern im neuen Schauspiclhause durch den Pauken- undPosaunenschall dieses musikalischen Höllenlärms zu erproben; ein Andererkam eben aus der brausenden „Olympia" und rief, als er auf der Straßeden Zapfenstreich trommeln hörte, Athem schöpfend aus: „Endlich hörtman doch sanfte Musik!" lind als im Mai 1822 Spontini's neue, zurVermählung der Prinzessin Alexandrine mit dem Erbgroßherzoge vonMecklenburg-Schwerin komponierte Oper „Nurmahal oder das Roscnfestvon Kaschemir" aufgeführt wurde, sagte ein Witzling, um sein Urtheil überdie Musik derselben befragt: „Das Beste dran ist, dass kein Kanonenschussdarin vorkömmt." Obschon Spontini, der Lieblingskomponist der prunk-liebenden Restaurationszeit, besonders in den Hofcirkeln enthusiastische Aner-kennung fand, verfeindete er sich durch seine Zurücksetzung der deutschen Musikund durch die maßlose Bevorzugung seiner eigenen Werke doch einen großenTheil des Berliner Publikums, der in seiner heroischen Musik nngerechter-weise, wie Heine, „nur Pauken- und Trompetenspektakel, schallenden Bom-bast und gespreizte Unnatur" sah. Es bildete sich neben der spontinischenrasch eine antispontinische Partei, die an Macht und Ansehen wuchs, alsWeber's „Freischütz" im neuen Theater zur Aufführung gelangte und so-fort den entzücktesten Beifall fand. Wie einst der Streit der Gluckistenund Piccinisten ganz Paris aufregte, so entbrannte jetzt in Berlin einleidenschaftlicher Kampf zwischen den Anhängern Weber's und Spontini's,und Heine schildert ergötzlich genug 64), wie er von Morgens früh bis spätin die Nacht durch das Lied der Brautjungfern verfolgt ward: „Bin ich